MUSEUM IM MALHAUS

Wichtiger Hinweis

Derzeit finden dringende Sanierungsarbeiten auf unserer Halbinsel statt.

Wir sind uns bewusst, dass die aktuelle Situation Unannehmlichkeiten verursacht.

Alle Beteiligten bemühen sich, diese so gering wie möglich zu halten und die Arbeiten schnellstmöglich abzuschließen, um den gewohnten Zustand wiederherzustellen.

Einleitung

Museum im Malhaus

Inhalt

Das „Malhaus“ erzählt historische Geschichten, die bis ins erste Jahrtausend zurückreichen. Schon damals fungierte dieser Ort als „Malstätte“, ein Ort der Rechtsprechung. Das im Jahre 1596/97 von Jakob Fugger erbaute Gerichtsgebäude erhielt den Namen „Malhaus“ und war Schauplatz der  „Wasserburger Hexenprozesse“, einem düsteren Kapitel in der Ortsgeschichte. Zwischen 1656 und 1664 wurden hier über 20 Menschen gefangen gehalten, gefoltert und verurteilt, die meisten fanden ihr Schicksal auf dem Richtplatz in Hege. Der damalige Gerichtssaal befand sich im ersten Stock, während das Erdgeschoss mit fünf Gefängniszellen ausgestattet war – drei davon können bis heute besichtigt werden.

Nach dieser düsteren Ära diente das Gebäude lange Zeit als Schule, Lehrerwohnhaus und Gemeindebibliothek, bis es schließlich 1979 sein heutiges Gesicht als „Museum im Malhaus“ erhielt. In Dauerausstellungen wird hier nicht nur die traurige Geschichte der Hexenverfolgung aufgezeigt, sondern auch Einblicke in die Welt der Bodenseefischerei gewährt. Zudem werden zwei große Schriftsteller gewürdigt. 

  • Horst-Wolfram Geißler, der Schöpfer des  „Lieben Augustin“,
  • Martin Walser, einer der bedeutendsten deutschen Literaten.

Ein ganzes Stockwerk widmet sich dem gebürtigen Wasserburger. Neben den Dauerausstellungen erwarten Sie im Malhaus auch regelmäßig wechselnde Sonderausstellungen.

Das Museum öffnet seine Pforten von Ende April bis Oktober. Erleben Sie Geschichte, Literatur und Tradition im Museum Malhaus. 

Einleitung

Öffnungszeiten

Inhalt

Das Museum ist derzeit geschlossen und öffnet voraussichtlich im Frühjahr 2025 wieder.

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Austellungen

Inhalt

Dauerausstellung

Martin Walser
Horst Wolfram Geißler
Hexenverfolgung
Fischerei

Jährlich wechselnde Sonderausstellung

Einleitung

Dr. Horst Wolfram Geißler und "Der liebe Augustin"

Skulptur Lieber Augustin

Der Schriftsteller Dr. Horst Wolfram Geißler (1893 bis 1983) hat in seinem 1921
erschienenen Roman „Der liebe Augustin – Die Geschichte eines leichten Lebens“ der
Gemeinde Wasserburg ein Denkmal gesetzt. Der Roman spielt Ende des 18. und Anfang
des 19. Jahrhunderts. Er erzählt die Geschichte der fiktiven Romanfigur Augustin
Sumser.
Als der kleine Augustin als Knabe zum Waisen wird, holt ihn sein Onkel, der in
Wasserburg als Pfarrer wirkt, an den Bodensee. August wächst unter seiner Obhut im
Pfarrhaus auf der Halbinsel auf. Später lässt sich Augustin in Mittenwald zum Geigenbauer
ausbilden und kehrt dann als Spieldosenmacher an den Bodensee zurück. Er
zieht nach Lindau und findet dort seine große Liebe. Das Leben Augustins ist immer
wieder von Rückschlägen und Verlusten geprägt – und doch nimmt er sein Schicksal
mit bewundernswertem Gleichmut und liebenswürdiger Leichtigkeit an.
Zwischen 1915 und 1979 hat Horst Wolfram Geißler über 40 Romane veröffentlicht.
Dazu kamen Novellen, Erzählungen, Sachbücher und andere Werke. „Der liebe
Augustin“ ist sein mit Abstand erfolgreichstes Werk – und wird seit Jahrzehnten an
amerikanischen Universitäten als Deutschlektüre verwendet. Auf seinen ausdrücklichen
Wunsch hin fand der Schriftsteller, der zuletzt in München und Hechendorf am
Pilsensee (Oberbayern) gelebt hatte, seine Grabstätte auf dem Wasserburger Pfarrfriedhof
neben der Sankt-Georgs-Kirche.

Einleitung

Dr. Martin Walser

Museum im Malhaus / Schreibmaschine Martin Walser /

Der bekannte deutsche Schriftsteller Dr. Martin Walser wurde am 24. März 1927
in Wasserburg geboren. Seine Eltern betrieben im Ort die Bahnhofswirtschaft sowie
eine Holz-, Kohlen- und Obsthandlung. Martin besuchte fünf Jahre lang die Volksschule
in Wasserburg, später die Oberrealschule in Lindau. Einblicke in seine Kindheit und
Jugendzeit am Bodensee gewährt unter anderem sein autobiografischer Roman „Ein
springender Brunnen“ aus dem Jahre 1998.
Martin Walser wurde 1944 zum Kriegsdienst eingezogen und geriet für kurze
Zeit in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Abitur verließ er 1946 seine
Heimat am See, um in Regensburg und später in Tübingen Literaturwissenschaft, Geschichte
und Philosophie zu studieren. Er promovierte 1950 mit einer Arbeit über Franz
Kafka. Nach der Veröffentlichung seines ersten Romans „Ehen in Philippsburg“ kehrte
er 1957 an den Bodensee zurück. Zuerst in Friedrichshafen, seit 1968 in Nußdorf bei
Überlingen lebend, spielte der See mit seinen Landschaften und Orten in vielen seiner
Romane und Erzählungen eine wichtige Rolle. Martin Walser verstarb am 26. Juli 2023
im Alter von 96 Jahren in Nußdorf und wurde fünf Tage später in seinem Geburtsort
Wasserburg beigesetzt.
Im Laufe seiner langen Schriftstellerkarriere schrieb Walser Romane, Erzählungen,
Essays, Theaterstücke, Aphorismen- und Gedichtsammlungen. Er zählte bis ins
hohe Alter zu den produktivsten und erfolgreichsten Schriftstellern der deutschen
Nachkriegszeit und erhielt unzählige Ehrungen. 1984 wurde Ihm von seiner Heimatgemeinde
Wasserburg am Bodensee die Ehrenbürgerwürde verliehen.

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