NATURSCHUTZ IN WASSERBURG

Einleitung

Naturschutzgebiete in Wasserburg

Naturschutz in Wasserburg, Wasserburger Bucht

Wasserburger Bucht

Flachwasserzone, breiter Schilfgürtel und Riedwiese – früher sahen große Teile des Bodenseeufers wie das Naturschutzgebiet „Wasserburger Bucht“ aus.

Heute ist das 5,6 Hektar große, seit 1985 bestehende Schutzgebiet eine der letzten intakten Naturzonen am bayerischen Bodenseeufer. Zu den größten Kostbarkeiten der Wasserburger Bucht zählt die Riedwiese:

In ihr blühen Raritäten wie Kantiger und Wohlriechender Lauch, Lungen- und Schwalbenwurzenzian sowie verschiedene Orchideenarten. Königin der Riedwiese ist aber die Sibirische Schwertlilie: Wenn sie im Mai und Juni blüht, überzieht ein blauer Schleier die Blumenwiese.

Früher waren solche extensiv bewirtschafteten Streuwiesen am Bodensee weit verbreitet. Da die seenahen Wiesen im Sommer häufig überschwemmt wurden, mähten die Bauern sie erst im Herbst. Das Heu wurde dann getrocknet und als Einstreu im Stall genutzt.

Darüber hinaus ist die Wasserburger Bucht ein wichtiger Brut- und Rastplatz für viele seltene Vogelarten. Im Schilf brüten Teichrohrsänger und Rohrammern, im Uferbereich ziehen Hauben und Zwergtaucher, Teich- und Blässhühner, Wasserrallen, Höckerschwäne und verschiedene Entenarten ihre Jungen auf.

In der kalten Jahreszeit lockt der niedrige Wasserstand der flachen Uferzone gefiederte Durchzügler und Wintergäste an, die hier rasten und auf Nahrungssuche gehen. Neben Enten, Möwen, Reihern und Rallen finden sich dann auch immer wieder seltene Watvögel ein. Um die gefährdete Tier- und Pflanzenwelt vor Störungen zu schützen, gilt abseits der Wege ein Betretungsverbot.

Naturschutz in Wasserburg, Mittelseemoos

Mittelseemoos

Als sich vor rund 15.000 Jahren der Rheingletscher aus dem Bodenseegebiet zurückzog, blieb hier in einer Senke der Mittelsee zurück.

Im Laufe der Zeit wurde das Gewässer durch Ablagerungen von totem organischem Material immer flacher. Der See verlandete und entwickelte sich zu einem artenreichen Flachmoor.

Heute blühen in den Moor- und Streuwiesen viele seltene und geschützte Pflanzen, darunter Lungenenzian, Sumpfglanzkraut, Sibirische Schwertlilie, Sumpfständelwurz, Rundblättriger Sonnentau und Breitblättriges Wollgras.

Entsprechend vielfältig ist auch die Tierwelt: In dem Feuchtgebietskomplex fliegen seltene Schmetterlinge wie der Lungenenzian-Ameisenbläuling, aber auch Vögel wie Sumpfrohrsänger und Neuntöter finden hier einen geeigneten Lebensraum.

Das knapp sieben Hektar große Mittelseemoos steht seit 1978 unter Naturschutz.

Die Streuwiesen im Schutzgebiet sind dabei auf menschliche Pflege angewiesen: Damit sie nicht verbuschen und die Artenvielfalt erhalten bleibt, werden sie einmal jährlich im Herbst gemäht. Zum Schutz der Flora und Fauna darf das Naturschutzgebiet von März bis Oktober nichtbetreten werden.

Bichelweiher

Bichelweiher

Das Naturschutzgebiet „Bichelweiher und Bichelweihermoos“ besteht seit 1977 und ist ein Kleinod der
bayerischen Bodenseelandschaft.

Gleich drei schützenswerte Lebensräume sind auf dem gut 13 Hektar großen Areal vereint: Im Westen des Gebiets liegt der von einem dichten Schilfgürtel umgebene Bichlweiher, im Osten die artenreiche Streuwiese des Bichlweihermooses. Dazwischen erstreckt sich ein – teils aus lockeren Gehölzgruppen, teils aus dichtem Baumbestand bestehender – Erlenbruchwald.

Der Bichlweiher selbst ist ein Musterbeispiel für die allmähliche Verlandung eines ehemaligen Mühlenweihers. Von den Rändern her wächst Schilf immer weiter in die flachen Gewässerzonen hinein, in der Mitte des Weihers verkleinern dichte Teichrosen-Bestände die freie Wasserfläche.

Neben Stockenten, Bläss- und Teichhühnern bewohnen auch Graureiher, Zwergtaucher und Wasserrallen den Weiher. Im angrenzenden Schilfgürtel brüten Rohrammern, Teich- und Sumpfrohrsänger. Hin und wieder sind sogar seltene Gäste wie die Zwergdommel zu Besuch

Tiere und Pflanzen unserer Heimat

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